Ein gut ausgestatteter Erste-Hilfe-Kasten im Auto kann im Notfall Leben retten. Doch was gehört rein? Wie werden die einzelnen Komponenten angewendet? Und welche zusätzliche Ausrüstung gehört noch ins Auto, um im Notfall von Nutzen zu sein? Alles rund zum Thema.
Das muss im Erste-Hilfe-Kasten
Ein Erste-Hilfe-Kasten fürs Auto sollte grundlegend immer nach der DIN 13164 Norm ausgestattet sein. Zu den darin vorgeschriebenen Basics gehören:
- Verbandmaterial: Zur Versorgung und sterilen Abdeckung von Wunden dienen Verbandpäckchen, Wundkompressen, Mullbinden und Dreieckstücher.
- Scheren und Pinzetten: Eine Verbandschere zum Schneiden von Verbandsmaterial und eine Pinzette, mit der kleinere Fremdkörper aus der Wunde entfernt werden können.
- Pflaster: Heftpflaster, Pflasterstrips und Wundschnellverbände in unterschiedlichen Größen decken kleine Wunden oder Schnitte zuverlässig ab.
- Desinfektionsmittel: Reinigungstücher, Wundspray oder geeignetes Desinfektionsmittel zur Säuberung von Wunden.
- Schutzmaßnahmen: Einweghandschuhe dienen dem Selbstschutz bei der Versorgung von Verletzten, während eine Beatmungsmaske bei der Mund-zu-Mund-Beatmung ebenfalls für Hygiene sorgt.
- Rettungsdecke: Eine Rettungsdecke, die Verletzte und Menschen unter Schock wärmt.
- Erste-Hilfe-Anleitung: Die Broschüre oder Anleitung klärt über die grundlegenden Erste-Hilfe-Maßnahmen auf und gibt entsprechende Anweisungen.
So werden die Materialien angewendet
Liegt eine Wunde vor, ist ihre gründliche Säuberung bzw. Reinigung zuallererst wichtig, um Infektionen vorzubeugen. Bei der anschließenden Verwendung der Verbandmaterialien kommt es auf die Reihenfolge an: Zur Verarztung von größeren Wunden zunächst eine sterile Wundkompresse auflegen, um die Blutung zu stoppen, und anschließend Mullbinden oder Verband anlegen. Letzteren stets stabil binden, ohne dass er zu fest sitzt und Taubheitsgefühle entstehen. Bei all diesen Schritten ist es wichtig, stets auf die Hygiene zu achten und Einweghandschuhe vor der Behandlung anzuziehen. Dies gilt insbesondere dann als Schutzmaßnahme, wenn es sich bei dem Ersthelfer nicht um die verletzte Person handelt. So verhindert dieser, selbst in direktem Kontakt mit dem Blut zu kommen. Ist eine Mund-zu-Mund-Beatmung notwendig, kann der Ersthelfer die Beatmungsmaske im Erste-Hilfe-Kasten auf die Mundpartie des Verletzens auflegen. Diese wirkt nun wie eine Barriere zwischen dem Helfer und dem Verletzten und verhindert ebenfalls einen direkten Kontakt. Wenn die Rettungsdecke beispielsweise bei einem Schock zum Einsatz kommt, gilt: stets die silberne Seite nach innen und die goldene Seite nach außen kehren. Das Silber reflektiert die Körperwärme und hält diese nahe am Körper, während das Gold die Wärmeabstrahlung minimiert.
Bei allen Erste-Hilfe-Maßnahmen dürfen Ersthelfer jedoch nie vergessen, den Notruf zu wählen und eine genaue Auskunft über den derzeitigen Aufenthaltsort und den Verletzungsgrad der verwundeten Person anzugeben. Es ist ratsam, als Autofahrer die Anweisungen zur Anwendung der Erste-Hilfe-Materialien zu lesen und sich gegebenenfalls in einem Erste-Hilfe-Kurs weiterzubilden, um im Ernstfall optimal vorbereitet zu sein und effizient handeln zu können.
Weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände fürs Auto
Neben dem Erste-Hilfe-Kasten sollten auch folgende Ausrüstungsgegenstände im Auto vorhanden sein: Ein Warndreieck, mit dem die eine Unfallstelle abgesichert wird. Es sollte stets in einer Entfernung von mindestens 100 Meter hinter dem Fahrzeug abgestellt werden. Zusätzliche Warnwesten in leuchtenden Farben und mit reflektierenden Streifen erhöhen die Sichtbarkeit des Fahrers und aller Mitfahrer bei der Panne oder dem Unfall. Auch wenn viele ihn nicht haben; ein Feuerlöscher im Auto ist ebenfalls nie verkehrt, da er gezielt der Bekämpfung von kleinen Bränden durch technische Defekte oder Unfälle dient. Allerdings ist es wichtig, diesen regelmäßig auf seine Funktionstüchtigkeit zu überprüfen, damit er im Notfall tatsächlich einsatzbereit ist.